Arbeitsweisen & Methoden: Drum-Circles

http://impuls-kurse.ch/images/newsletter_bilder/web_drumcircle.jpg„Drum-Circle“ heisst Rhythmuskreis: Ein Drum-Circle kann als eine Art koordinierte Gruppenimprovisation bezeichnen. Hinter dem Wort „Drum-Circle“ verbirgt sich eine Methode welche zum Ziel hat, mit einfachen Mitteln direkt ins Spiel einzutauchen. Drum-Circles sind Spielräume, wecken den kreativen Geist und sind ein rhythmisches Experimentierfeld: Es treffen sich Anfänger und Profis, Kinder, Singles, Grosseltern, Paare, Familien und Neugierige, um gemeinsam Rhythmus zu erleben und zu gestalten. Dabei wird eine Menge kreatives Potential frei.
Ziel ist die Musik im Verlauf des Spiels zum Grooven zu bringen und zunehmend differenzierter zu Hören.
Der Begriff „Drum-Circles“ wurde vom Amerikaner Arthur Hull entwickelt.

In einem Drum-Circle steht das ganze Rhythmus-Instrumentarium der ImPuls-Schule zur Verfügung: Trommeln, Kleinperkussion, Basstrommeln, Afro-Latin-Instrumente, Xylophone,  . . . . usw.
Die Mitspielenden können Boden geben, einen Rhythmus beibehalten, variieren, improvisieren, solieren, sich mit andern verbinden, reagieren, Impulse geben, Zuhören. Auch die angrenzenden Nachbarländer der freien Stimme und der Bewegung können bereist werden.

 Einführung:

  • Die Vorgehensweise ermöglicht einen sehr direkten und schnellen Zugang ins Spiel für Menschen verschiedenen Alters. Auch ist in einem Drum-Circle auf einfache Art möglich, verschiedene Levels zu integrieren und verschiedene Instrumente, inkl. der Stimme und Bodyperkussion einzubeziehen 
  • Ein Drum-Circle ist ein wunderbares Werkzeug um ins Mehrstimmige Zusammenspiel hineinzuführen, musikalische Grundformen zu vermitteln und zwischen freier Improvisation und Arrangement hin-und-her zu pendeln
  • Wir wollen zwar erreichen über einige Zeit in einem Rhythmus „drin“ zu bleiben. Wichtig ist jedoch in der Anfangsphase immer wieder zuzulassen, dass der Rhythmus und das pulsbezogene Spielen „auseinanderfällt“ und dabei in die Stille übergeht oder in eine „rezitative Spielphase“ (rezitativ = sprechend)
  • Das Ziel ist aus dem Chaos zum gemeinsamen Groove und differenzierten Musikinteraktionen zu gelangen. Dabei bauen wir verschiedene Arten rhythmisches Bezogensein und verschiedene Interaktions-Arten auf und entwickeln so das Potential der Einzelnen und der Gruppe
  • Als erstes werden die Instrumente ausgewählt: Alle das Gleiche Instrument oder Ensemble mit versch. Klangfarben. Neben verschiedenen Rhythmus-Instrumenten kann Bodyperkussion, die Stimme oder der Tanz als gleichwertiges Ausdrucksmittel miteinbezogen werden

Hier die Drum-Circle-Werkzeugkiste mit Spielformen die sich zum Einsteigen eignen: 

  • "Reden mit den Instrumenten - Begrüssen der Instrumente":  Alle Spieler/innen erforschen gleichzeitig ihr Instrument 
  • Wirbeln: Mit schnellen Wirbelbewegungen spielen wir in der Mitte (im Bassbereich) oder am Rand. Das weckt und wärmt 
  • Der Leiter, die Leiterin gibt einen Grundpuls oder eine Rhythmusfigur vor und die Gruppe spielt dazu „etwas das passt“
  • Rhythmusträger: Einzelne Teilgruppen oder Instrumentengruppen spielen weiter
  • Hin-Her: Der Kreis wird in 2 Gruppen geteilt. Diese Spielen abwechselnd und lösen sich ab 
  • Dynamik (Tempo, Lautstärke): Lauter-Leiser, Schneller-Langsamer
  • Wer Lust hat spielt weiter: Auf ein Zeichen spielt eine Teilgruppe weiter

Die Rolle/Funktion und das Handwerkszeug des Leiters / der Leiterin ist:

  • Pulsgeber/in: Die leitende Person bringt den Rhythmus ins Rollen. Der Start, die Initiierung der Musik kann ein geklatschter Puls, ein Puls-Gehen durch den Raum (evtl. mit Fussschellen), ein Puls auf einem Instrument oder eine gespielte Rhythmusfigur sein. Am Anfang stützt der Leiter/die Leiterin die Gruppe. Sobald der Rhythmus zu tragen beginnt, nimmt er/sie sich raus
  • Laufen lassen: Wenn immer die Musik zu grooven beginnt, Interaktionen passieren, die Dynamik differenziert ist, mit andern Worten, wenn die Musik lebendig ist oder zum Leben erwacht, gibt es keinen Grund zu intervenieren. Dann tut der Leiter/die Leiterin gut daran, die Entfaltung sich selber zu überlassen.
  • Spot mit gezielten Interventionen: Sobald aus der Gruppe jedoch ein Thema auftaucht (z.B. der Rhythmus zerfällt, einzelne zu laut spielen, die Leute nicht aufeinander hören usw.) beginnt der Leiter / die Leiterin zu intervenieren und gezielt den musikalischen Prozess zu gestalten. Dies geschieht, indem er/sie in die Mitte des Kreises steht und von da aus deutlich anleitet. Die Interventionen passieren durch eindeutige Körpersprache und klare musikalische Zeichen
  • Einzählen – Auszählen: Um Änderungen/Wechsel anzuzeigen ist es sinnvoll die Intervention zuerst durch Körpersprache anzukündigen und dann durch Einzählen den Beginn des Wechsels einzuleiten. Ebenso beim Erneuten Einsteigen nach Spielpausen oder beim Schluss des Spiels
  • Mit der Zeit entwickelt sich so in einer Gruppe ein Repertoire von Interaktionsformen, Wege zum Ein- und Aussteigen, sowie zunehmende Differenzierung

Hinweise für den Einstieg ins Zusammenspiel eines Drum-Circles („Türöffner“ für die Spielenden):

  • „Wage dich einzubringen, gegebenenfalls auch eine neue Idee ins Spiel zu bringen und zu führen“
  • „Spiele mit Pausen und dem Wechsel von aktivem Spielen und Zuhören“
  • „Beginne mit Puls, dann mit einfachen Figuren“. „Wähle ein angemessenes Tempo und eine angemessene Komplexität.“
  • „Finde eine, dem Ganzen angepasste, Mischung von Wechsel und Konstante“
  •  „Spiele aus dem Körper, aus der Bewegung. Finde eine Mischung von „an einem Platz spielen“ und „dich im Raum bewegen“, die dem Ganzen dient. Gehe auf andere Spieler/innen zu verbinde dich mit ihnen“
  • „Wähle beim Spielen ein für dich angemessenes Tempo und eine angemessene Komplexität. Passung erzeugt Flow!“

Die Wirkung von Drum-Circles:

  • Einzigartigkeit: Jeder Drum-Circle ist einzigartig in seiner Dynamik und die Gruppe konstelliert sich jedes Mal neu. Dennoch wirkt ein Drum-Circle nach kurzer Zeit gemeinschaftsbildend.
  • Integration von Vieltfalt: Alle Mitspielenden sind ein Teil des Ganzen und gestalten das Ganze mit.
  • Gemeinschaftsbildung: Musikalisch zu kommunizieren, auf andere zu reagieren, selber Impuls zu geben, sich zurückzunehmen, vorauszugehen, die Spieldynamik dem Ganzen anzupassen . . . . . . all dies sind Prozesse, welche in einem Drum-Circle auftauchen können und innert kurzer Zeit gemeinschaftsbildend wirken.

Zielgruppen & Anwendungsfelder:

  • Alle von 6 - 100 Jahren
  • Teambildung
  • Pädagogik, Musikpädagogik
  • Andragogik
  • Rhythmus-Gruppen
  • Bands